www.bonn.de/stadtmuseum

Homepage

|

Über uns

|

Index

|

Sitemap

|

Kontakt

 

StadtMuseum Bonn online
francais nederlandse english


19. Oktober 2011 bis 8. April 2012


Bonner Studentenleben im 19. Jahrhundert - ein Sittengemälde



Sonderausstellung im Ernst-Moritz-Arndt-Haus
Bonner Studentenleben im 19. Jahrhundert - ein Sittengemälde


Im Zuge der von Wilhelm von Humboldt initiierten Bildungsreform, die mit der 1809/10 gegründeten Universität Berlin einen neuen zukunftsweisenden Universitätstyp geschaffen hat, wurden wenige Jahre darauf nach dem Berliner Vorbild zwei weitere preußische Reform-Universitäten gegründet: Breslau 1811 und - nach der Einverleibung des Rheinlandes gemäss der Bestimmungen des Wiener Kongresses - 1818 in Bonn. Alle drei Universitäten erhielten später den Namen ihres königlichen Patrons, Friedrich Wilhelms III. von Preußen, heute trägt den Namen nur noch die Bonner Universität.

Auch in Bonn spielte sich im 19. Jahrhundert das Leben der Studierenden außerhalb der Hörsäle überwiegend in Verbindungen ab. Natürlich gab es auch Studenten, die keine Mitglieder in Korporationen gewesen sind, sei es aus eigener Entscheidung, sei es angesichts obrigkeitlicher Verbote. Doch sie - gemeinhin als "Kamele" bezeichnet - prägten nicht das studentische Leben der damaligen Zeit. Ausrichtung und Zielsetzungen der einzelnen Verbindungen waren höchst unterschiedlich. So gab es zwischen den frühen "Landsmannschaften", aus denen sich teilweise beginnend mit der Rhenania, Guestphalia (beide Frühjahr 1820) und Borussia (1821) einige der noch heute existierenden Corps bildeten, der Heinrich Hoffmann von Fallersleben und Heinrich Heine zu ihren Mitgliedern zählenden "Allgemeinheit", die kaum gegründet, im Sommer 1820 schon wieder aufgelöst werden musste, den frühen und späteren Burschenschaften sowie den auf andere Ziele, etwa musische, ausgerichtete Gemeinschaften mehr Trennendes als Verbindendes. Zwei Dinge waren allerdings allen Verbindungen gemeinsam: das Lebensbundprinzip und das Conventsprinzip, d.h. Sitz und Stimme für jedes Mitglied bei allen Entscheidungen.

Der Alltag in den studentischen Verbindungen war durch zahlreiche Regeln festgelegt, die heute für Außenstehende meist fremd, wenn nicht gar befremdlich wirken. Schon die Aufnahme in eine Korporation war von verschiedenen Faktoren abhängig. Im Tagesablauf spielten vor allem in den ersten Semestern Fechtübungen, Mensuren und gesellige Zusammenkünfte in festgelegten Formen (Kneipen und Kommerse) eine wichtige Rolle. Hunde waren ständige Begleiter, auch bei Ausflügen, Wirtshausbesuchen und Renommierbummeln durch die Stadt. Die Zugehörigkeit zu einer Verbindung förderte den Zusammenhalt in der Gemeinschaft und diente auch der Erziehung der jungen Männer, die bei Eintritt meist erst 18 oder 19 Jahre alt waren und weitab von ihrem Elternhaus in einer fremden Stadt lebten. Die Einigkeit nach innen bedeutete allerdings Abgrenzung gegenüber den anderen Korporationen, die man im besten Fall tolerierte. Zumeist aber "kennzeichneten eher Uneinigkeit und Streitlust … das Verhältnis der Verbindungen untereinander".

Die studentischen Rituale, die deutliche Kennzeichnung der jeweiligen Zugehörigkeit zu einer Verbindung, die auffällige Kleidung mit unverwechselbaren Accessoires wie die lange Pfeife, die im Laufe des 19. Jahrhunderts bei schlagenden Verbindungen zur genau festgelegten und genormten Mensur "unter Kontrolle" gebrachten Duelle mit scharfen Waffen, das zu Anzeigen und Karzerstrafen führende lärmende und gelegentlich arrogante und provokante Auftreten in der Öffentlichkeit auch zur Nachtzeit und häufig mit ihren unter Bürgern als Luxus geltenden Hunden, der oft höhere gesellschaftliche Stand der vielfach aus dem Adel oder wohlhabenden Familien entstammenden Studenten, die meist nach einem Jahr wieder an eine andere Universität wechselten, brachten auch in Bonn eine signifikante studentische Bildkunst - Stammbuchblätter, Silhouetten, Semesterbilder und Studentenporträts - zum Blühen. Sie steht im Mittelpunkt unserer Ausstellung und stellt neben anderen Dokumenten eine wichtige zeitgenössische Quelle für das Bonner Studentenleben im 19. Jahrhundert dar.



Pressemeldungen zur Ausstellung: General-Anzeiger Bonn
Bonner Rundschau
Schaufenster Bonn

RUBRIKEN

 

Service

Öffnungszeiten, Lageplan, Eintrittspreise

mehr [...]

 

Führungen

Termine, Informationen

mehr [...]

 

Kinder ins Museum

mehr [...]

 

Veranstaltungen

Eine Übersicht über unsere Veranstaltungen finden Sie hier

mehr [...]

 

Ausstellungen

Eine Übersicht unserer zukünftigen Ausstellungen auf einen Blick

mehr [...]

 

Sammlung Delander

Die vollständige Sammlung von Kurt Delander

mehr [...]

 

Rundgang

Erleben Sie die Räume des StadtMuseums auf einem virtuellen Rundgang.

mehr [...]

 

Ernst-Moritz-Arndt-Haus

Die Dependance des StadtMuseums

mehr [...]

 

Publikationen

Unsere Veröffentlichungen

mehr [...]

 

Bonner Köpfe

Portraits berühmter Bonner Persönlichkeiten

mehr [...]

 

Jubiläen

Wichtige Daten bekannter und berühmter Persönlichkeiten

mehr [...]

 

Highlights

der vergangenen Jahre

mehr [...]

 

Vermietung

Anmietung der Sonderausstellungsräume im Museum und des Ernst-Moritz-Arndt-Hauses

mehr [...]

 

Förderverein und Stifter

Förderverein und Förderer

 

City Museen

mehr [...]

 

Galerie

Alle Abbildungen dieser WebSite auf einen Blick

mehr [...]

 

Linktipps

Ausstellungen und Museen in Bonn und Umgebung, nationale Museumslinks

mehr [...]

 

IMPRESSUM

StadtMuseum Bonn

   

Homepage

 | 

Über uns

 | 

Index

 | 

Sitemap

 | 

Kontakt

|


© 2009 StadtMuseum Bonn

Postanschrift: StadtMuseum Bonn, Bundesstadt Bonn, Amt 41-5, 53103 Bonn

Tel: 0228/772094 Fax: 0228/774298