1. Der Rat der Stadt Bonn fordert die neue Landesregierung auf, die nötigen finanziellen Mittel bereitzustellen, damit die Universität und die Berufskollegs mehr Plätze ohne Qualitätsverlust der Ausbildung für die AbsolventInnen im starken Abschlussjahrgang 2013 bereitstellen können.
2. Der Rat der Stadt Bonn fordert die Kammern auf, darauf hinzuwirken, dass die Bonner Betriebe genügend Ausbildungsplätze für den starken Abschlussjahrgang 2013 zur Verfügung stellen und die Betriebe in dieser Aufgabe unterstützen.
3. Das Amt für Wirtschaftsförderung wird angewiesen, sich in regionalen Bündnissen für die frühzeitige Entwicklung von Lösungsansätzen zu engagieren. Mögliche negative Folgen für den Ausbildungsmarkt durch die ungewöhnlich hohe Zahl von Abiturienten sollen so gut wie möglich durch Gegenmaßnahmen kompensiert werden.
4. Die Stadt, ihre Eigenbetriebe sowie die städtischen Beteiligungsgesellschaften sollen die besondere Situation des Jahres 2013 in ihren Ausbildungsplanungen berücksichtigen.
5. Es ist ein Ausbildungsbericht zu erstellen und dem Rat bzw. den Ausschüssen zur Kenntnis gegeben. Der Ausbildungsbericht soll die Situation von Jugendlichen und jungen Erwachsenen darstellen, die sich um eine berufliche Erstausbildung bemühen.
Der Ausbildungsbericht soll Teilnehmer folgender Maßnahmen umfassen
Begründung
im Jahr 2013 läuft wegen der Umstellung auf das kürzere gymnasiale Abitur (G8) ein doppelter Abiturjahrgang auf die Hochschulen und den Ausbildungsmarkt zu. Das Landesministerium MSW rechnet landesweit mit zusätzlichen 50.000 AbgängerInnen, die Plätze an Hochschulen, den Berufskollegs oder in Ausbildungsbetrieben suchen. Durch das begrenzte Angebot der verschiedenen Bildungseinrichtungen und Betriebe sind im Ausbildungsmarkt Verdrängungseffekte zu befürchten, die es auch AbsolventInnen der Sekundarstufe (Haupt- / Realschulabschluss) und der Förderschulen erschweren, einen Ausbildungs- oder Arbeitsplatz zu bekommen.
Konzepte, die sowohl eine Verknappung der Lehrstellen verhindern, als auch die Qualität universitärer und schulischer Ausbildung bei gestiegenem Platzbedarf sichern, müssen daher frühzeitig von allen Akteuren entwickelt werden, um erfolgreich zu sein. Dabei darf sich weder das Land seinen finanziellen Verpflichtungen entziehen, noch die Bildungs- und Arbeitsmarktakteure ihrer gesellschaftlichen Verantwortung. Die Politik muss zeitnah informiert werden, um gegebenenfalls Steuerungsmöglichkeiten der Stadt, etwa über die Ausbildung in der Verwaltung, den Eigenbetrieben und den Beteiligungsgesellschaften zu ergreifen.
Einerseits müssen für die Ausbildungssuchenden unter den AbiturientInnen mehr Lehrstellen bereitgestellt werden, um alle zu versorgen. Das verschärft andererseits die Situation für AbsolventInnen der Sekundarstufe (Haupt- / Realschulabschluss) und der Förderschulen weiter, die darunter leiden, dass ihre Abschlüsse für die Arbeitgeber zunehmend unattraktiver werden, weil immer mehr Abiturienten eine Ausbildung beginnen.
Die Erstellung eines Ausbildungsberichtes bietet den Ratsmitgliedern wertvolle Informationen über Steuerungsmöglichkeiten und soll deshalb den zuständigen Fachpolitikern zur Kenntnis gelangen.