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25. Oktober 2009, 18 Uhr
Napoleon vor Wien
Vortrag von Dr. Ma-Kircher am Vorabend des Österr. Nationalfeiertags
Eine Veranstaltung in Kooperation mit Österr. Gesellschaft im Rahmen der Reihe
"Kultur zum Wein" im StadtMuseum Bonn, Franziskanerstr. 9. Eintritt: 5,00 Euro / nur Abendkasse
Napoleon vor Wien
Ende 1808 – Kurköln war längst aufgelöst und Bonn und das linksrheinische Rheinland Teil des französischen Kaiserreichs – war der Krieg Österreichs gegen Frankreich beschlossene Sache, und die Bevölkerung wurde mit patriotischen Aufrufen darauf vorbereitet. Die Versorgung der Bevölkerung wurde bereits in den ersten Monaten des Jahres 1809 infolge von Hamsterkäufen und Engpässen bei Transportmitteln schlechter. Das reiche Bürgertum, der Adel und das Kaiserhaus waren geflüchtet.
Am 10. Mai 1809 standen Truppen der Grande Armée zum zweiten Mal vor Wien. 1805 war die Stadt dem französischen Feldherrn ohne Gegenwehr übergeben worden. Diesmal sollte sie laut kaiserlichem Befehl unbedingt verteidigt werden. Die massive Beschießung in der Nacht vom 11. auf den 12. Mai ließ jedoch die Verteidigungsbereitschaft rasch sinken. Als einer der vielen schreckerfüllten Bürger verbrachte sein einstiger Bewunderer, Ludwig van Beethoven, die Nacht im Keller des Hauses seines Bruders. Auch Joseph Haydn, er starb bereits am 31. Mai, erlebte die Nacht zitternd vor Furcht.
Am nächsten Tag rückten die Truppen der Grande Armée in die Stadt ein. Napoleon beließ die städtische Verwaltung. Er stellte ihr nur Beamte des französischen Gouvernements bei. Die Bürgerwehr blieb erhalten und wurde mit der Aufrechterhaltung von Ruhe und Ordnung betraut. Es mussten beinahe so viele Soldaten einquartiert und verpflegt werden, wie Wien Einwohner hatte, ein logistisch nahezu unlösbares Problem. Die große Zahl der Verwundeten der Schlachten bei Aspern am 21. und 22. Mai und Wagram am 5. und 6. Juli ließ den Bedarf an Spitälern und Spitalsbedarf stark steigen. Die Versorgungslage in der Stadt wurde zunehmend schlechter und führte zu Unruhen in der Bevölkerung. Erst mit den
Friedensverhandlungen normalisierte sich das Leben in der Stadt. Die Theater spielten Stücke, die bislang von der österreichischen Zensur verboten waren. In den Salons diskutierten österreichische und französische Gelehrte. Am 15. August wurde der 40. Geburtstag des französischen Kaisers mit großem Aufwand und im Beisein österreichischer Nobilitäten gefeiert. Einiges Aufsehen erregte ein Attentatsversuch des 17-jährigen Friedrich Staps auf Napoleon am 13. Oktober, einen Tag vor Friedensschluss. Am 15. Oktober zog das erste französische Korps von Wien ab, tags darauf folgte ihm der Kaiser. Abschließend wurden nach und nach die Stadttore und Basteien Wiens zerstört.
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