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 Andreas Emmel
1759 - 1828
Der Bonner Gold- und Silberschmied
Geboren Ende März 1759 in Bonn, getauft am 31. März 1759 in St. Remigius, wuchs er als Vollwaise bei seinen Großeltern mütterlicherseits in Bonn auf.
Seine Mutter Maria Sybille geb. Meyers starb am 4. Juni 1760, sein Vater Henricus Emmel, der als "Kellerdiener"
am Bonner Hof des Kölner Kurfürsten Clemens August beschäftigt war, am 11. Februar 1761.
Seine Ausbildung als Gold- und Silberschmied erhielt Andreas Emmel, der am 16. Februar 1786 in Bonn Katharina Eylender heiratete, bei Johann Jakob Math, einem aus Wien zugewanderten Goldschmied, der in den Hofkalendern von 1765 bis 1794 als einziger Hofgoldschmied überhaupt genannt wird und bis 1804 in Bonn nachweisbar ist.
Die Beziehungen zwischen Math, der seine Zulassung als Goldschmied in Bonn offenbar über seine Ehe mit der Witwe des Bonner Goldschmieds Johann August Bührens erhalten hatte, und Andreas Emmel scheinen über das Ausbildungsverhältnis hinausgegangen zu sein, da Math die Patenschaft über das sechste und siebte der insgesamt neun Kinder von Emmel übernommen hat. Aus dem Jahr der Heirat von Andreas Emmel mit Katharina Eylender, aus deren Verwandtschaft der 1816/1817 amtierende Bonner (Ober-)Bürgermeister stammte, stammt auch die älteste erhaltene Arbeit von Andreas Emmel, eine Meßkännchengarnitur, die noch heute im Besitz der Bonner Münsterpfarre St. Martin ist. Die außergewöhnliche Qualität der Arbeiten Emmels blieb dem kurkölnischen Hofstaat nicht verborgen, weshalb Emmel bald mit Aufträgen bedacht wurde, die sonst grundsätzlich nach außerhalb in die bekannten Zentren der Goldschmiedekunst vergeben worden sind. Das dokumentiert am besten der Auftrag für ein 314-teiliges Tafelsilber für 36 Personen, den Emmel 1792 vom Kurfürstlichen Hofrat Paul Joseph Reichsfreiherr von Landsberg-Velen erhielt. Bis 1945 in Familienbesitz, gelanten in den zurückliegenden Jahrzehnten einige Teller, Leuchter, Terrinen, Schüsseln, Besteckteile etc. in den Kunsthandel und konnten von den Landesmuseen in Bonn und Münster erworben werden, während die verschollen geglaubten zentralen Bestandteile, sämtlich mit dem Familienwappen des Auftraggebers versehen, erst vor zwei Jahren wieder auftauchten und nun dank der Hilfe der Kulturstiftung der Länder, des Beauftragten der Bundesregierung für Angelegenheiten der Kultur und der Medien, der Stiftung für Kunst und Kultur des Landes Nordrhein-Westfalen und anderer Geldgeber für das StadtMuseum Bonn gesichert werden konnten. Von dem Silber-Service, das Kurfrüst Maximilian Franz selbst in seiner Eigenschaft als Hochmeister des Deutschen Ordens 1793 bei Andreas Emmel in Auftrag gegeben hat, hat sich bisher leider kein Teil nachweisen lassen. Diese umfangreichen und kostspieligen Aufträge beeindrucken auch angesichts der Tatsache, dass offenbar weder Hofadel noch der Kurfrüst das Ende ihrer Herrschaft nahen sahen, obwohl der Kurfrüst schon im Frühjahr 1793 aufgrund herannahender Truppen der französichen Revolutionsarmee seine Residenzstadt Bonn kurzfristig hatte verlassen müssen und zu einer radikalen Kürzung seiner Ausgaben gezwungen war.
(Matthias von der Bank und Ingrid Bodsch)
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