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Nicolaus Christian Hohe, Kreidelitho von A. Hohneck, 1840

9.12.2001-10.03.2002

Nicolaus Christian Hohe (1798-1868)


Leben und Werk eines Künstlers des 19. Jahrhunderts in Bonn


Eine Ausstellung des StadtMuseums Bonn in Zusammenarbeit mit Frau Dr. Sabine G. Cremer im Ernst-Moritz-Arndt-Haus, Adenauerallee 79, 53111 Bonn.


Mit dieser Ausstellung wird ein Künstler wiederentdeckt, der heute weitgehend unbekannt ist. Das Wohnhaus von Ernst Moritz Arndt aus der Zeit des Biedermeiers bietet den geeigneten Rahmen, um Leben und Werk von Nicolaus Christian Hohe einer breiten Öffentlichkeit vorzustellen.
In Bayreuth geboren, erhielt er seine Ausbildung als Lithograph und Maler in München. Seit 1824 lebte er zunächst in Poppelsdorf und seit 1837 in Bonn. Sein Leben ist eng mit der Geschichte der Universität Bonn verbunden. Hohe arbeitete anfangs als wissenschaftlicher Zeichner für verschiedene Bonner Professoren. Von 1828 bis 1868 hatte er die Stelle des akademischen Zeichenlehrers der Universität inne. Kreidelithographie, um 1851 'Die Kreidebildungen von Texas und ihre organischen Einschlüsse' Sein Werk umfaßt unterschiedliche Gebiete, die sich von wissenschaftlichen Illustrationen und Porträts über topographische Ansichten bis zu Kopien mittelalterlicher Wandmalereien erstrecken. Hohes Leben und Werk können als Beispiel für einen Künstler des 19. Jahrhunderts gewertet werden, der außerhalb der damaligen preußischen Kunstzentren wie Düsseldorf und Berlin in der Universitätsstadt Bonn zu Ansehen gelangte. Im Jahr 1845 erhielt er die "Große Goldene Medaille für Gelehrte und Künstler" in Anerkennung seiner Verdienste auf dem Gebiet der Illustration von wissenschaftlichen Werken sowie im Jahr 1867 den Titel eines "Hofmalers Seiner Königlichen Hoheit des Kronprinzen von Preußen".
Innerhalb des Gesamtwerkes lassen sich zwei Hauptlinien seines Wirkens feststellen. Hohe selbst sah sich an erster Stelle als wissenschaftlicher Zeichner. Nachdem im Bereich der Naturwissenschaften (s. Abb.) und Medizin für ihn die Auftragssituation nicht mehr so günstig war, suchte er den Kontakt zu den Bonner Ramersdorf, St. Georg, ehem. Gewölbe- u. Wandmalereien: Rekonstruktion der Innenansicht nach Osten, Aquarell, 1847 Altertumswissenschaftlern. Durch den Kölner Regierungspräsidenten Eduard von Moeller konnte er schließlich in einem damals neuen Forschungsgebiet, den mittelalterlichen Wandmalereien (s. Abb.), als Gutachter, Kopist und Restaurator tätig werden. Damit nahm er im staatlichen Auftrag eine Stellung ein, die ihn zu einem Vorläufer der heutigen Denkmalpfleger macht.
Die zweite Hauptgruppe seines Werkes umfaßt den Bereich der Landschaftsmalerei und der topographischen Ansichten. Er gehört zu den Künstlern der Rheinromantik, die durch zahlreiche Wanderungen in der nahen und weiteren Umgebung sich der Landschaft zeichnend und malend näherten. Seine Skizzenbücher weisen ihn als einen ausgeprägten Zeichner aus. In Zusammenarbeit mit den Bonner Verlagen lieferte er topographischen Ansichten, die sich in Form von Stahlstichen und Lithographien großer Beliebheit erfreuten. Blick auf den Rolandsbogen und das Siebengebirge, Öl auf Leinwand, 1863 Darüber hinaus wirkte Christian Hohe erfolgreich als Universitäts- und privater Zeichenlehrer. An der Universität gehörten einige deutsche Prinzen zu seinen Schülern. Ebenso war er in Kreisen des gehobenen Bürgertums ein gefragter Zeichenlehrer.

(SABINE G. CREMER)

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