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26.10.2000 bis 07.01.2001:

Bonner Universitätsleben im 19. Jahrhundert im Spiegel dreier Professorengenerationen


Die Familien Brandis und Hasse und ihre Freunde


Ernst-Moritz-Arndt-Haus, Adenauerallee 79, 53111 Bonn



Sie waren Freunde, Universitätskollegen, Nachbarn: Christian August Brandis und Ernst Moritz Arndt. Welcher Ort wäre geeigneter als das Wohnhaus der Familie Arndt, um das Leben in der Universitätsstadt Bonn im vorigen Jahrhundert wieder aufleben zu lassen durch Bilder, Bücher, Dokumente, Briefe und persönliche Gegenstände. Drei Generationen der Familie Brandis waren mehr oder weniger eng mit Bonn und seiner Universität verbunden: Dietrich Joachim Brandis, königlich dänischer Conferenz- und Leibarzt, sein Sohn Christian August Brandis, der als Philosoph die längste Zeit seines Lebens in Bonn verbrachte und - unter seinen vier Söhnen - Dietrich und Johannes Brandis, die sich beide an der Bonner Universität promovierten und habilitierten. Als Privatdozent für Botanik führte Dietrich Brandis u.a. botanische Exkursionen und Demonstrationen im Botanischen Garten Bonn durch. Johannes Brandis ging neben seiner langjährigen Tätigkeit als Privatsekretär der Kaiserin Augusta weiterhin seiner Forschungstätigkeit an der Bonner Universität nach und wurde durch herausragende Veröffentlichungen aus dem Bereich der Archäologie bekannt.
Bedeutende Persönlichkeiten des neunzehnten Jahrhunderts waren eng mit der Familie Brandis bekannt oder befreundet, in der Ausstellung sind erstmalig Zeugnisse dieser Verbindungen zu sehen.
Durch die Vermählung von Dietrich Brandis mit Katharina Hasse 1867 wurden die Bande zur Professoren-Familie Hasse besonders eng geknüpft. Ihr Vater, Friedrich Rudolf Hasse, lehrte als Professor der Theologie an der Bonner Universität. Ihr Großvater, Friedrich Christian August Hasse, Professor am Kadettenhaus in Dresden und später Professor der historischen Hilfswissenschaften in Leipzig, veröffentlichte als enger Freund der Familie von Kügelgen eine Lebensskizze über den Maler Gerhard von Kügelgen. Sehr bekannt war auch der Großvater mütterlicherseits, Georg Johann Daniel Poelchau , ein enger Freund von Felix Mendelssohn-Bartholdy und seiner Schwester Fanny Hensel. Nach dem Tode Zelters übernahm er die Leitung der Bibliothek der Singakademie in Berlin. Seine Leidenschaft war das Sammeln von Musikmanuskripten, seine hochbedeutende Sammlung ging nach seinem Tode an die königliche Bibliothek Berlin. Katharina Brandis war eine begnadete Malerin. Ausgewählte Aquarelle, die sie in Deutschland und Indien malte, sind in der Ausstellung zu sehen.
Mit einem Bruder von Caroline Brandis, Johann Friedrich Ludwig Hausmann, Professor der Mineralogie in Göttingen, verband die Familie ein besonders enges Verhältnis. In seinem gastfreien Haus trafen sich Professoren aller Fakultäten der Universität und es kam durch Christian August Brandis über viele Jahre zu einem lebhaften Austausch zwischen Bonn und Göttingen.- Von Caroline Brandis' zweitem Bruder Bernhard Hausmann waren unlängst in Braunschweig ausgewählte "Aquarelle der Romantik" aus seiner Sammlung zu bewundern.

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