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Frankfurter Allgemeine Zeitung, 17.02.2007, Nr. 41, S. 8 Erfinder der "Schwarzwälder Kirschtorte"
Zu "Schwarzwälder Kirschtorte - Die rheinische Tortenlegende zerkrümelt"
(F.A.Z. vom 3. Februar):
Die Behauptung, die "Schwarzwälder Kirschtorte" sei nicht in Bonn-Bad Godesberg,
sondern in Tübingen erstmals gebacken worden, ruft energisch den rheinischen Widerspruch
hervor, zumal in dieser Jahreszeit. Zugegebenermaßen: Unumstößliche Beweise kann auch das
Bonner Stadtarchiv nicht liefern, allerdings haben wir die besseren Argumente:
Der mutmaßliche Erfinder der "Schwarzwälder Kirschtorte", der Konditormeister Josef
Keller aus Riedlingen an der Donau (1887-1981), hat sein lange als Familiengeheimnis
gehütetes Rezept schon 1927/28 zu Papier gebracht, also noch deutlich vor 1930, als in
Tübingen erstmals eine vergleichbare Torte angeboten wurde. Josef Keller hat 1975
persönlich auf seine Erfahrungen im Bad Godesberger Café Agner, einem damals vielbesuchten
und geschätzten Café, hingewiesen und die ersten Experimente für seine Tortenkreation in
seine Godesberger Zeit datiert. Ob dies nun unmittelbar vor dem Ersten Weltkrieg, wie
Keller sich zu erinnern meinte, oder 1915 oder 1916 nach seiner Entlassung aus dem
Militärdienst war, wie eher anzunehmen ist, spielt nur eine untergeordnete Rolle. |
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