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20. Mai - 16. Juli 2000:
Der Deutsche Orden im Bonner Raum
Ernst-Moritz-Arndt-Haus Adenauerallee 79, 53111 Bonn
Eine Ausstellung des StadtMuseums Bonn in Zusammenarbeit mit dem Projektbereich Ostdeutsche Landesgeschichte der Universität Bonn (Prof. Dr. Arnold)
Schirmherren der Ausstellung:
Seine Eminenz, der Kölner Erzbischof Kardinal Dr. Joachim Meisner,
Seine Exzellenz, der Hochmeister des Deutschen Ordens, P. Dr. Arnold Wieland OT und Seine Exzellenz, der Botschafter des Königsreichs der Belgier, Herr Dominique Struye de Swielande.
Die Ausstellung über den Deutschen Orden im Bonner Raum orientiert sich an den beiden schon im Mittelalter nachgewiesenen Niederlassungen (Kommenden) in Ramersdorf - die romanische Kapelle der Kommende wurde im 19. Jahrhundert auf den Alten Friedhof in Bonn verbracht - und in Muffendorf, den noch heute augenfälligsten Spuren des Deutschen Ordens in und um Bonn.
Über sechs Jahrhunderte hinweg bis zur Säkularisation zu Beginn des 19. Jahrhunderts residierte in den Räumen als Vertreter des Ordens jeweils ein ritterlicher Komtur. Der Orden entwickelte sich rasch zu einem bedeutenden geistlichen Grundherrn im Großraum Bonn. Aber auch auswärtige Kommenden, vor allem Köln und Koblenz, hatten städtischen Besitz, meistens in Form von Stadthöfen oder Handelshäusern.
Neben dieser örtlichen steht als zweiter wichtiger Bezug des Ordens zu Bonn die personelle Ebene. Die Kommende Ramersdorf war Teil der vom heutigen belgischen Biesen verwalteten Ordensprovinz (Ballei), und die Komturstelle kann als Sprungbrett für Karrieren mancher junger Ordensritter im 17. und 18. Jahrhundert betrachtet werden, sei es beim Orden selbst oder in Diensten anderer Mächte.  Die im Rheinland bekannte Familie derer von Reuschenberg stellte gleich mehrere Mitglieder, die ihren Aufstieg in Ramersdorf begannen. Immer traten diese dabei auch am Bonner Hofe der Kurfürsten in Erscheinung. Zu einer Kumulation der personellen Ebene kam es im 18. Jahrhundert, da die beiden kölnischen Kurfürsten Clemens August von Bayern und Maximilian Franz von Österreich, die beide ihre Hauptresidenz in Bonn hatten, auch Hochmeister des Deutschen Ordens waren. Dies hatte Folgen für die personelle Besetzung des Hofstaates, in dem nun Deutschordensritter präsent waren und zum Teil wichtige Funktionen übertragen bekamen, u.a. Kaspar Anton von Belderbusch, kurkölnischer Minister unter Kurfürst Maximilian Friedrich und gleichzeitig Landkomtur der Ballei Biesen.
Die Darstellung der Geschichte des Deutschen Ordens im Bonner Raum erscheint um so lohnender wegen der vielen Spuren, die der Orden im Bonner Stadtbild hinterlassen hat. Sie gilt es nur zu entdecken. Das geht über Straßennamen, Wegkreuze, Gedenk- und Grabsteine bis hin zu der besonderen Form des Hochmeisterkreuzes - schwarzes Kreuz auf weißem Grund -, das in der Kirche auf dem Kreuzberg auffallend häufig anzutreffen ist.
(Georg Cox)
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