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Friedrich Christian Diez

1794 - 1876

Friedrich Christian Diez wurde am 15. März 1794 als Sohn des Regierungssekretärs Friedrich Jacob Diez in Gießen geboren. Nach absolvierter Schulzeit schrieb er sich 1811 in Gießen als Student der Philologie und Theologie ein und hörte u.a. bei Friedrich Gottlieb Welcker.

Vom 28. März bis zum 10. Juli 1814 nahm er als freiwilliger Jäger am Feldzug gegen Frankreich teil und gehörte im November 1814 zu den Gründungsmitgliedern der "Teutschen Lesegesellschaft zur Erreichung vaterländisch-wissenschaftlicher Zwecke", die ein Jahr später verboten wurde.

1816 beendete Diez seine Arbeit an einer Sammlung spanischer und portugiesischer Canzonen, die jedoch nicht publiziert wurde. Im Oktober wechselte er nach Göttingen, kehrte jedoch schon im Juli 1817 nach Gießen zurück. 1818 publizierte er seine Altspanischen Romanzen und besuchte im April Goethe in Weimar. 1819 nahm er eine Stelle als Hauslehrer in Utrecht an.

Am 20. November 1821 wurde Diez als Lektor für Italienisch, Spanisch und Portugiesisch nach Bonn berufen. Um die Stelle nicht zu gefährden, promovierte er noch rasch in Gießen und erhielt am 30. Dezember 1821 die Doktorwürde. Im April 1822 trat er die Lektorenstelle in Bonn an und wurde bereits am 12. Juli 1823 zum außerordentlichen "Professor und Lektor der südwestlich europäischen Sprachen" ernannt.

Die folgenden Jahre sahen eine rege Publikationstätigkeit von Diez, die auch einem sich verschlechternden Augenleiden geschuldet war. Über die Minnehöfe (1825), Poesie der Troubadoure (1826) und Leben und Werke der Troubadoure (1829) legen hiervon Zeugnis ab. Mit seiner Ernennung zum ordentlichen Professor für mittlere und neuere Literatur am 10. April 1830 erreichte er den Höhepunkt seiner akademischen Laufbahn, doch sollte ihm mit seiner dreibändigen Grammatik der romanischen Sprachen (1836, 1838, 1844) ein noch größerer Wurf gelingen, denn er begründete mit diesem Werk die kritische und vergleichende Betrachtung der romanischen Sprachen. Seitdem wird Diez als Gründer und Vater des Fachs Romanistik angesehen.

In den folgenden Jahren veröffentlichte Diez noch eine Reihe weiterer Studien das Etymologische Wörterbuch der romanischen Sprachen (1853) oder Über die erste portugiesische Kunst- und Hofpoesie (1863). 1866 erhält er den "Orden pour le mérite der Friedensklasse für Wissenschaften und Künste" und wird 1872 Ehrenbürger der Stadt Gießen.

Am 29. Mai 1876 starb Friedrich Diez in seinem Haus in der Weberstraße 15 in Bonn.

(Dr. Peter Mario Kreuter, Universitäts- und Landesbibliothek Bonn)

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