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Ernst von Schiller


11. Jui 1796, Jena - 19. Mai 1841, Vilich bei Bonn


Beerdigt im Grabe seiner Mutter Charlotte auf dem Alten Friedhof in Bonn.

Jüngerer Sohn von Friedrich von Schiller (1759-1805) und seiner Frau Charlotte, geb. Lengenfeld (1766-1826)

(Ausschnitt aus einem Stahlstich von 1859, der Ernst mit seinen drei anderen Geschwistern zeigt - seinem älteren Bruder und ersten Kind der Schillers, Karl, und seinen jüngeren Schwestern Karoline und Emilie)


"Sämmtlichen Mitgliedern der Universität wird heirdurch bekannt gemacht, daß die Leiche des weiland Herrn Appellationsgerichtsraths von Schiller auf dem hiesigen Kirchhofe neben den Begeinen seiner hier verstorbenen Mutter, wo er zu rühen gewünscht hat, morgen Nachmittags um drei Uhr, wird beerdigt werden. wer ihm, dem Sohne unseres unsterblichen Friedrich von Schiller, die letzten irdischen Ehren zu bezeigen und sich in den hohen Namen mit zu ehren wünscht, erscheint um drei Uhr nachmittags in der Wohnung des Herrn Domänenraths de Claer [Schwiegersohn von Gabriel Pfingsten, des Schwagers von Ernst von Schiller], von wo der Leichenzug geschehen wird." Diesem von Ernst Moritz Arndt veranlassten öffentlichen Aushang folgten am nächsten Tag viele Trauergäste, wie im Bericht der "Kölnischen Zeitung" zu entnehmen ist: "Der Oberbürgermeister von Bonn, der zeitige Universitätsrektor Arndt, eine große Anzahl von Professoren und Studenten, Beamte und Honoratioren, zahlreiche Freunde und Bekannte des Verstorbenen bildeten den Zug." Da der Platz im Grabe von Ernsts Mutter Charlotte von Schiller, die Ernst nach ihren plötzlichen Tod bei einer vom Bonner Universitätsprofessor Walther durchgeführten Augenoperation gegen ihren ausdrücklichen Wunsch, an der Seite ihres geliebten Mannes beigesetzt zu werden, in Bonn hatte bestatten lassen, zu eng für den zweiten Sarg war, wurde der Sarg mit den sterblichen Überresten von Ernst von Schiller auf den seiner Mutter aufgesetzt, worauf dieser einbrach.

Ernst von Schiller - am Weimarer Hof als Jurist nicht angenommen - fand auf Vermittlung von Freunden seiner Mutter eine Anstellung im preußischen Staatsdienst, und begann seine Laufbahn als Assessor am preußischen Amtsgericht in Köln. Durch seine Eheschließung 1823 mit Magdalena von Mastiaux geb. Pfingsten /1792-1853), Witwe des Anton Kaspar von Mastiaux (+1815), zu Lebzeiten einer der reichsten Bürger der Stadt Bonn, verband sich mit einer der angesehensten Familien des Rheinlands. Seine Frau brachte eine Tochter - Therese (1809-1840) - in die Ehe, die der Stiefvater in wohl mehr als väterlicher Eifersucht von einer Eheschließung abhielt. Das Gut seines Schwagers in Vilich wurde einer seiner liebsten Aufenthalte, wohin es ihn auch zog al er, mittlerweile Appellationsgerichtsrat in Köln - nur ein Jahr nach Thereses plötzlichem Tod und fast an den gleichen Krankheiten wie sein berühmter Vater leidend - sein Ende nahen fühlte. Magdalena machte Ernst zum wohlhabenden Mann, weshalb er auch erwogen hat, seine Beamtenlaufbahn aufzugeben. Entgegen der häufig geäußerten Ansicht kann es sich aber bei dem stattlichen Anwesen Magdalenas in Bonn nicht um das berühmte und von ihrem Großvater zu einem Musensitz erhobene Mastiauxsche Haus in der heutigen Konviktstraße gehandelt haben, da dieses schon seit 1814 dem preußischen Staat gehörte und seit 1816 Sitz des preußischen Oberbergamtes gewesen ist.

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