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Georg August Goldfuss

Georg August Goldfuss
(1782 - 1848)





Im "Gelehrten Fürstenthum Baireuth" des 19. Jh. wirkte der aus Thurnau stammende Georg August Goldfuß, der bereits mit 18 Jahren in Berlin am "Collegium medico-chirurgicum" studierte und drei Jahre später schon selbst Vorlesungen über spezielle Botanik hielt. Neben Veröffentlichtungen über die fränkische Heimat, z.B. "Physikalische-statistische Beschreibung des Fichtelgebirges" 1810, verdient eine kleine Schrift "Ueber die Entsicklungsstufen des Thieres" Interesse. Es ging ihm damals darum, die große Mannigfaltigkeit der Tiere in ein natürliches System einzuordnen, wobei er die Vorstellung entwickelte, alles Leben komme aus dem Ei.

Goldfuß wurde an der Universität Erlangen promoviert und habilitiert, und war seit 1813 Mitglied der "Kaiserlich Leopoldinisch-Carolinischen Gesellschaft der Naturforscher", besser bekannt als "Leopoldina", die seit 1788 ihren Sitz in Erlangen hatte, wohin nach 1805 auch ihre Bibliothek und die berühmte naturkundliche Sammlung gekommen ist.

Der 1811 gewählte Leopoldina-Präsident Friedrich von Wendt gewann den jungen engagierten Privatdozenten Goldfuß als Sekretär für die Akademie und beauftragte ihn mit der aufstellung der Bibliothek und der naturhistorischen Sammlung. Durch diese Tätigkeit wurde Goldfuß mit anderen wichtigen Naturwissenschaftlern vertraut.

Einer von ihnen war der Chemiker Karl Wilhelm Gottlob Kastner, nur ein Jahr jünger als Goldfuß, der 1816 zum Mitglied der Leopoldina berufen worden war. Er war Ordinarius für Chemie, Physik und Pharmazie in Halle. Bei seinem Gesuch um Anstellung an der neuen rheinischen Universität hatte er schon auf den begabten Goldfuß hingewiesen, so dass hier schon seit einiger Zeit der Weg für dessen Berufung bereitet wurde. Das hat zweifellos eine wichtige Rolle gespielt, als es um die Frage ging, Goldfuß nach Bonn zu holen. Der entscheidende Anstoß ging aber von Christian Gottfried Daniel Nees von Esenbeck aus, dessen Wahl zum Prüäsidenten der "Leopoldina" Goldfuß entscheidend betrieben hatte mit dem Hintersinn, dass Esenbeck die Bibliothek und die berühmte naturkundliche Sammlung bei seiner Berufung an die preußische Universität, vorzugsweise an die neue Universität, dorthin transferieren würde. Esenbeck als Professor dahin zu begleiten, war auch der Wunsch von Goldfuß.

Golduß wurde in Bonn mit Ungeduld erwartet. Die aufstrebende Bergbauregion, die sich vom Siebengebirge bis zum Niederrhein erstreckte, hoffte auf wissenschaftliche Unterstützung. Zwar war der Oberbergrat Johann Jakob Noeggerath für das Fach Mineralogie schon verpflichtet worden, doch war Altenstein der Meinung, dem Zoologen Goldfuß sei auch das für Bonn so wichtige Fach der Mineralogie gut anzuvertrauen.

Bonn hatte Grund zur Freude, dass sich so viele begabte junge Naturwissenschaftlicher von Erlangen an den Rhein ziehen ließen. Aber auch in Berlin war man zufrieden, denn die Absagen durch andere berühmte Gelehrte wie etwa die Brüder Grimm wurden durch Wissenschaftlicher wie Nees oder Goldfuß wieder aufgewogen.

In den Jahren nach seiner Berufung widmete Goldfuß sich mit Fleiß und Erfolg seinen Studien und der Lehre, wovon heute andere sprechen werden. Für die akademische Verwaltung der Universität ließ er sich in die Pflicht nehmen, und zwar als Dekan der Philosophischen Fakultät im akademischen Jahr 1830/31 und als Rektor im akademischen Jahr 1839/40.

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