|
Joseph Joachim
geb. 28. Juni 1831 in Kittsee, gest. 15. August 1907 in Berlin
1906 Ehrenbürger der Stadt Bonn, Ehrenmitglied des Vereins Beethoven-Haus
Zum Leben von Joseph und Amalie Joachim vgl. die vielgerühmte
Darstellung der Musikwissenschaftlerin Beatrix Borchard:
Borchard, Beatrix
Stimme und Geige - Amalie und Joseph Joachim : Biographie und Interpretationsgeschichte. -
Wien : Böhlau, 2005. - 670 S. : Ill. & 1 CD-ROM ; 12 cm; (dt.)
(Wiener Veröffentlichungen zur Musikgeschichte ; 5)
ISBN 3-205-77242-3
Der 1831 in Kittsee, Burgenland (Bezirk Neusiedl am See) als Sohn
des Ehepaares Julius und Fanny Joachim geborene Joseph Joachim, der schon als
achtjähriges Wunderkind zum ersten Mal öffentlich als Geigenspieler aufgetreten ist,
gehörte später als junger Mann zum engen Freundeskreis von Clara und Robert Schumann,
die persönlich kennenzulernen er den noch um zwei Jahre jüngeren Johannes Brahms
besonders ans Herz legte. Die tragischen Ereignisse um Robert Schumann, der am
27.Februar 1854 in den Rhein sprang und nach seiner Rettung die letzten Lebensjahre
in einer Anstalt in Endenich verbrachte, in der er am 29. Juli 1856 verstarb, band
die beiden jungen Männer - Joseph Joachim und Johannes Brahms - , die durch
regelmäßige Besuche in der Endenicher Heilanstalt den persönlichen Kontakt mit
Robert Schumann aufrechterhielten, zeit ihres Lebens eng an Clara Schumann.
Joseph Joachim organisierte die erste Bonner Schumann-Ausstellung – im Beethovenhaus,
dessen Gründungsvorstand er angehörte. Die damals noch lebenden Schumann-Töchter Marie
und Eugenie, die mit vielen Leihgaben diese Ausstellung ermöglichten und bereicherten,
wollten ihre Sammlung nach Ende der Ausstellung der Stadt Bonn zukommen lassen, was aber
leider daran scheiterte, dass man in Bonn keine Unterbringungsmöglichkeit zu finden
glaubte. Die Sammlung ging später nach Zwickau und bildet den Grundstock der Sammlung des
heutigen Robert-Schumann-Hauses. Joseph Joachim stand 1906 auch bei der Feier zum 50.
Todestag von Robert Schumann am Grabmal von Robert und Clara Schumann. Sowohl Clara,
die ihren Mann um immerhin 40 Jahre überlebt hatte, als auch Joachims jüngerer Freund
Brahms waren damals schon seit 9 bzw. 10 Jahren tot. Joachim überlebte die Gedenkfeier
für Robert Schumann um ein Jahr und starb am 15. August 1907.
Schloß Kittsee widmet dem berühmtesten Sohn Kittsees 2007 die Jahresausstellung
„Saitenblicke. Joseph Joachim und die Geige in der europäischen Volksmusik“,
6. Mai bis 4. November 2007. Eine Ausstellung des Ethnographischen Museums Schloss
Kittsee in Zusammenarbeit mit dem Institut für Volksmusikforschung und Ethnomusikologie
der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien: www.schloss-kittsee.at/
ausstellungen_saitenblicke.shtml
Zum Geburtsort von Joseph Joachim, wo dieser als siebtes von acht Kindern der Eheleute
Julius und Fanny Joachim geb. Figdor geboren wurde, besonders zur jüdischen Gemeinde von
Kittsee, die seit Beginn des 18. Jh. Zu den Fürstlich Esterhazyschen „Sieben Gemeinden“
zählte und 1821 ca. 789 Personen umfasste, bevor Abwanderungen nach Wieselburg, Pressburg
und Wien die Zahl stark verringerte vgl. die entsprechende Internetseite des
Österreichischen Jüdischen Museums (ÖJM): http://www.ojm.at/gemeinden/kittsee/
Joachims Familie zog zwei Jahre nach der Geburt Josephs von Kittsee nach Pest, wo ihr
kleiner Sohn, dessen Talent an der Geige unübersehbar war, rasch gute Lehrer fand und
seine musikalische Karriere begann. Der berühmte und an allen berühmten europäischen
Musikstätten konzertierende Virtuose, der 1850 von Franz Liszt als Konzertmeister nach
Weimar geholt wurde, diese Funktion 1852 am Königlichen Hof von Hannover übernahm, wo
er 1859 zum Konzertdirektor ernannt wurde, ging 1866 als Leiter der neugegründeten
„Königlichen Lehranstalt für ausübende Tonkunst“ – Vorläufer der Musikhochschule,
heute Universität der Künste – nach Berlin. Joachim zählt nicht nur zu den berühmtesten
Geigern und Geigenpädagogen des 19. und frühen 20. Jahrhunderts, sondern machte sich auch
als Komponist einen Namen. Zahlreiche Komponisten – unter ihnen seine Freunde Schumann und
Brahms – widmeten ihm ihre Violinkonzerte.
Amalie Joachim geb. Schneeweiß (1839.1899)
(Bildnachweis: Sammlungen der Gesellschaft der Musikfreunde in Wien)
Joseph Joachim heiratete im Juni 1863 gegen den Willen seiner Eltern die Sängerin
Amalie Schneeweiß (1839 – 1899), von der er sich – unbezwingbar eifersüchtig - nach dem
ungerechtfertigten Vorwurf des Ehebruchs (angeblich mit dem Verleger und Brahmsfreund
Fritz Simrock) 1884 scheiden ließ. Aus der Ehe gingen 6 Kinder, drei Söhne und
drei Töchter hervor. Brahms ergriff damals Partei für Amalie und Fritz Simrock, was die
Freundschaft zu Joachim empfindlich trübte. Brahms schrieb 1880 an Amalie: „Ich will es
Ihnen also nur ausdrücklich und deutlich sagen, wie ich es Joachim schon unzählig oft tat,
dass er, meiner Einsicht und Meinung nach, Ihnen und Simrock schwerstes Unrecht getan
und dass ich auch nur wünschen kann, er möge von seinen falschen und entsetzlichen
Einbildungen lassen.“
Zum Leben von Joseph und Amalie Joachim vgl. die vielgerühmte Darstellung der
Musikwissenschaftlerin Beatrix Borchard:
Borchard, Beatrix
Stimme und Geige - Amalie und Joseph Joachim : Biographie und Interpretationsgeschichte. -
Wien : Böhlau, 2005. - 670 S. : Ill. & 1 CD-ROM ; 12 cm; (dt.)
(Wiener Veröffentlichungen zur Musikgeschichte ; 5)
ISBN 3-205-77242-3
Informationen zum musikalischen Werk Joseph Joachims von Björn Rintisch finden Sie hier [...]
Weitere Jubilare 2007
|
|
|
RUBRIKEN
|
|
Service
Öffnungszeiten, Lageplan, Eintrittspreise
mehr [...] Führungen
Termine, Informationen
mehr [...]
Kinder ins Museum
mehr [...]
Veranstaltungen
Eine Übersicht über unsere Veranstaltungen finden Sie hier
mehr [...]
Ausstellungen
Eine Übersicht unserer zukünftigen Ausstellungen auf einen Blick
mehr [...]
Sammlung Delander
Die vollständige Sammlung von Kurt Delander
mehr [...]
Rundgang
Erleben Sie die Räume des StadtMuseums auf einem virtuellen Rundgang.
mehr [...]
Ernst-Moritz-Arndt-Haus
Die Dependance des StadtMuseums
mehr [...]
Publikationen
Unsere Veröffentlichungen
mehr [...]
Bonner Köpfe
Portraits berühmter Bonner Persönlichkeiten
mehr [...]
Jubiläen
Wichtige Daten bekannter und berühmter Persönlichkeiten
mehr [...]
Highlights der vergangenen Jahre
mehr [...]
Vermietung
Anmietung der Sonderausstellungsräume im Museum und des Ernst-Moritz-Arndt-Hauses
mehr [...]
Förderverein und Stifter
Förderverein und Förderer
City Museen
mehr [...]
Galerie
Alle Abbildungen dieser WebSite auf einen Blick
mehr [...]
Linktipps
Ausstellungen und Museen in Bonn und Umgebung, nationale Museumslinks
mehr [...]
|
| IMPRESSUM |
|
StadtMuseum
Bonn
|
|