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13. Mai bis 12. Juli 2009
Johanna Kinkel (1810-1858) und ihr kulturelles Umfeld in Bonn, Berlin und London
Eine Ausstellung im Ernst-Moritz-Arndt-Haus Bonn, Adenauerallee 79
Mit besonderer Unterstützung der Universitäts- und Landesbibliothek Bonn
Am 15. November 2008 jährte sich zum 150. Male der Todestag von Johanna Kinkel, den das StadtMuseum in Kooperation mit dem Universitätsclub Bonn und dem Förderverein StadtMuseum Bonn e.V. mit einer begeistert aufgenommenen Jubiläumsveranstaltung (Vortrag, Buchvor-stellungen und Liederabend mit Ingrid Schmithüsen und Thomas Palm) würdigte.
Johanna Kinkel wurde als Johanna Mockel in Bonn in einen Gymnasiallehrerhaushalt geboren und ihre Talente wurden, insbesondere auf musikalischen Gebiet, schnell allgemein bekannt und Johanna Mockel ein Liebling der Gesellschaft. Höchst angetan vom musikalisch so begabten "Hannchen" war auch die spröde, damals in Bonn weilende Annette von Droste-Hülshoff, die den von Johanna Mockel von ihrem Lehrer Franz Anton Ries übernommenen Musikverein als "allerliebstes Kränzchen" lobte. Eine kurze und aus Rücksicht auf die gesellschaftliche Vorstellung von der angestammten Rolle einer bürgerlichen Frau eingegangene Ehe wurde zur Katastrophe. Unter ihrem Ehenamen Mathieux veröffentlichte die junge, mit Förderung und Empfehlungsschreiben von Felix Mendelssohn in Berlin in den Kreisen der Arnims und Mendelssohns mit offenen Armen aufgenommene Musikerin ihre ersten Kompositionen beim Berliner Verlag Trautwein.
Wieder zurück im Rheinland, wo sie endlich die Scheidung von ihrem Mann zu erlangen hoffte, traf sie den ihr schon aus Kindertagen bekannten evangelischen Pfarrerssohn Gottfried Kinkel wieder, dem sie bald in tiefer Liebe zugetan war und 3 Jahre nach ihrer Scheidung, 1843, heiratete.
Das kulturelle Leben erweiterte Johanna nicht nur durch die Wiederbelebung ihres Musikvereins sondern vor
allem auch durch die Gründung des Maikäferkreises, der bald zum Mittelpunkt des gesellschaftlich-kulturellen
Treibens in Bonn wurde, und dessen Zusammenkünfte sich erst im Angesicht der revolutionären Umbrüche in
Deutschland, denen sich Johanna und Gottfried Kinkel an vorderer Front verschrieben hatten, auflösten.
Die Revolutionsjahre wurden zu Schicksalsjahren der Kinkels, und zwangen Johanna mit ihren vier Kindern in
die Emigration nach London, wohin der als Landesverräter im Badischen Aufstand gefangen genommene
Gottfried, mit Johannas Unterstützung von seinem Freund Carl Schurz aus dem Zuchthaus in Spandau befreit,
schon geflüchtet war.
London wurde in den wenigen Jahren bis zu ihrem Tod die neue Heimat Johannas, die im Gegensatz zu ihrem
Mann und vielen anderen deutschen Emigranten realistisch genug war, nach dem Scheitern der so hoffnungsvoll
begonnenen Revolution der Demokratie in Deutschland für die nächsten Jahrzehnte keine Chance einzuräumen.
In London, wo sie u. a. auch von Seiten Charles Dickens und des bekannten englischen Tiermalers Sir Edwin
Landseer Anteilnahme und Unterstützung erfuhr, sorgte Johanna unter völliger Verausgabung ihrer Kräfte vor
allem mit Klavierunterricht für den Unterhalt der Familie und konnte sich trotzdem einen kleinen
schöpferischen Freiraum erhalten, wie ihre literarischen und musikalischen Arbeiten und Vorträge
aus dieser Zeit beweisen.
Die trotz aller Beanspruchung auch ungewöhnlich liebevolle Mutter kam am
15. November 1858 bei einem Sturz aus dem Fenster ihrer Londoner Wohnung ums Leben. An ihrem Grab in Woking standen auch enge alte Freunde wie Ida und Ferdinand Freiligrath, der einen Lorbeerkranz auf Johannas Sarg legte. Freiligrath würdigte wenige Tage später Johannas im englischen Exil beschlossenes "muthiges Leben" in einem ergreifenden Nachruf.
Zu Johanna Kinkel erschienen Ende 2008 als neue wegweisende Publikationen:
Monica Klaus: Johanna Kinkel. Romantik und Revolution. Böhlau Verlag
Monica Klaus (Bearb.): Liebe, treue Johanna! Liebster Gottitt!. Die Korrespondenz zwischen Gottfried und
Johanna Kinkel, 1840 - 1858 (Veröff. des Stadtarchivs Bonn, Bd. 67-69)
Mehr über Johanna Kinkel hier [...]
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