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Johanna Kinkel um 1840

Johanna Kinkel
geb. Mockel geschiedene Mathieux



Neue Bücher - Würdigungen - Konzerte



Liebste treue Johanna! Liebster Gottit!

Der Briefwechsel zwischen Gottfried und Johanna Kinkel 1840-1858.
Bearbeitet von Monica Klaus, herausgegeben von Norbert Schloßmacher
Veröffentlichungen des Stadtarchivs Bonn 67-69, Bonn 2008. € 69,-
Schriftliche Bestellungen sind zu richten an: Stadtarchiv Bonn, Stadthaus, Passage, Berliner Platz 2, 53103 Bonn.

Johanna Kinkel. Romantik und Revolution

Monica Klaus,
Europäische Komponistinnen, Nr. 7, hg. von Annette Kreutziger-Herr und Melanie Unseld,
Köln: Böhlau-Verlag, 2008
(erscheint Mitte November 2008)

Neben einer Hommage an Johanna Kinkel am 2. November 2008, 18 Uhr, im Ernst-Moritz-Arndt-Haus, in dem zum ersten Mal öffentlich ihre 1849 veröffentlichte Mundarterzählung "Dä Hond und dat Eechhorn" von kundiger Zunge vorgetragen werden wird, einem Festkonzert zu ihrem 150. Todestag - eine Veranstaltung des StadtMuseum Bonn und des Universitätsclubs im Universitätsclub Bonn am 15. November 2008, 20 Uhr, das - mit Ingrid Schmithüsen und Thomas Palm als Interpreten - dem schon von ihren Zeitgenossen vielgerühmten Liedschaffen Johanna Kinkels würdigt und einem am gleichen Tage ausgestrahlten "Zeitzeichen" (verantwortliche Redakteurin: Dr. Soltau) im WDR erscheinen rechtzeitig zu ihrem Todestag - die Bonnerin Johanna Kinkel starb am 15. November 1858 mit 48 Jahren in London - auch zwei Publikationen, eine neue Biographie, die mit vielen Legenden über das Leben Johannas aufräumt und eine dreibändige Edition der umfangreichen Korrespondenz zwischen Johanna Kinkel und ihrem Mann Gottfried Kinkel, die jedem am Leben der begabten Musikerin, Musikpädagogin, Schriftstellerin, überzeugten Demokratin und politisch aktiven und wachen Kopfes, liebevollen Mutter und Ehefrau und treuer Freundin vieler auch heute noch bekannten Zeitgenossen wie Fanny Lewald und Ferdinand Freiligrath eine Fülle an bisher unbekannten Quellen eröffnet.

Für beide Neuerscheinungen zeichnet die langjährige Bibliothekarin an der Universitätsbibliothek Bonn - Monica Klaus - verantwortlich. Sie ist sowohl die Autorin der im Böhlau-Verlag in der Reihe "Europäische Musikerinnen" herausgegebenen neuen Biographie über Johanna Kinkel wie auch die Bearbeiterin der umfangreichen Korrespondenz zwischen Johanna und ihrem zweiten Mann Gottfried, die der Direktor des Stadtarchivs Bonn, Dr. Norbert Schloßmacher, in drei Bänden der Reihe "Veröffentlichungen des Stadtarchivs" herausgegeben hat.

(I.B.)

Johanna (1810-1858) und Gottfried Kinkel (1815-1882) gehören zu den maßgeblichen Persönlichkeiten des kulturellen und politischen Lebens der rheinischen Universitätsstadt Bonn. Die geschiedene, zum Protestantismus konvertierte katholische Lehrertochter, vielseitig begabt und in ihrer literarischen, vor allem aber musikalischen Begabung bis heute unterschätzt, und Gottfried, der feinsinnige Theologe, Pfarrersohn aus Bonn-Oberkassel, der sich viel lieber der Literatur- und der Kunstgeschichte widmete, ein ebenso beliebter Hochschullehrer wie charismatischer Politiker, dessen Engagement in der Revolution 1848/49 die Familie in die Emigration trieb, sind ausgesprochen facettenreiche, in manchem typische in vielem jedoch außergewöhnliche Repräsentanten ihrer Zeit. In ihrem überraschend regen Briefwechsel, 689 Schreiben aus den Jahren 1840 bis 1858 haben sich überliefert, werden derartig viele Themen berührt, und zwar in einer intelligenten, reflektierenden Art und Weise, dass ihre Schreiben eine unerschöpfliche Quelle sind für die Musik- wie für die Literaturwissenschaft, für Sozial- und Kulturgeschichte, für Volkskunde und nicht zuletzt für die Bonner Stadtgeschichte.

Der Briefwechsel dokumentiert aber auch das Zu-, das Für-, das Mit- und das Auseinander, gelegentlich auch das Gegeneinander zweier starker Persönlichkeiten in der bürgerlichen Gesellschaft der Mitte des 19. Jahrhunderts, in der selbst die fortschrittlichen, liberalen Kreise den Frauen, auch einer Johanna Kinkel, die ihr gebührende Rolle nicht zuerkannten. Die Texte machen neugierig auf diese Epoche.

Monica Klaus hat sämtliche Briefe ediert und ausführlich kommentiert. Eine Zeittafel, Biogramme der wichtigsten Personen, zahlreiche Abbildungen sowie ein Namenregister machen das dreibändige Werk zu einem Hand- und Lesebuch der rheinischen Kulturgeschichte der Mitte des 19. Jahrhunderts.

(N.Sch.)

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