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Franz Liszt

Franz Liszt


Geb. 22. Oktober 1811 in Raiding (Österreich)
Gest. 31. Juli 1886 in Bayreuth (Deutschland)




Veranstaltungen im Jubiläumsjahr

Komponist und Pianist, berühmtester Klaviervirtuose des 19. Jahrhunderts, organisierte das erste Bonner Beethovenfest und finanzierte zum großen Teil das Bonner Beethoven-Denkmal auf dem Münsterplatz

Franz Liszt wurde schon in frühester Kindheit als hochbegabter Klavierspieler angesehen: Zunächst wurde er von seinem in Diensten des Fürsten Eszterhazy stehenden Vater Adam List (welcher sich noch nicht „Liszt“ schrieb) im Klavierspiel unterrichtete und erhielt seine weitere Ausbildung durch den italienischen Hofkomponisten Antonio Salieri.

Liszt lebte – zuerst begleitet von seinem 1827 in Boulogne-sur-Mer verstorbenen Vater, danach von seiner Mutter – unterbrochen von mehreren Konzerttourneen u.a. nach England von 1823 bis 1835 in Paris, wo er Klavierunterricht erteilte und als Meister am Piano galt. Im Jahr 1831 sah Liszt hier den Auftritt des Geigenvirtuosen Niccoló Paganini, wodurch er inspiriert wurde, seine Klaviertechnik so sehr zu steigern, dass man ihn als Klaviervirtuosen ansehen sollte. 1833 lernte Liszt in Paris die Gräfin Marie d’Agoult, welche später auch unter dem Schriftstellerpseudonym Daniel Stern an die Öffentlichkeit trat, kennen. Marie d’Agoult verließ ihren Mann und ihre Kinder, um mit Liszt das Künstlerleben zu teilen. Die Beziehung der beiden dauerte elf Jahre (1833-1844), in denen das Paar drei Kinder bekam: Blandine, Cosima und Daniel.

1839 begab sich Franz Liszt auf Europareise, wo er unter anderem in Lissabon, Moskau, Dublin und Istanbul Konzerte gab und große Erfolge feierte. Ab 1848 war Liszt Hofkapellmeister des Großherzogs Sachsen-Weimar.

Liszt war ein großer Unterstützer Richard Wagners. Liszt, dessen in erster Ehe mit Hans von Bülow verheiratete Tochter Cosima die zweite Frau von Richard Wagner wurde, besuchte mehrfach die Bayreuther Festspiele, Liszt starb am 31. Juli 1886 in Bayreuth während den Richard-Wagner-Festspielen.

Zu den bekanntesten Werken Liszts zählen die 1855 und 1856 entstandene „Ungarische Rhapsodie“, „Faust-Sinfonie“ und das Klavierkonzert „Es-Dur“. Liszt war mit vielen bedeutenden Komponisten und Schriftstellern wie Schumann, Brahms, Wagner, Chopin und Heine bekannt.

Die Bedeutung von Franz Liszt für Bonn und das Rheinland ist groß: So nahm Liszt, welcher als sehr großherziger Mann mit einer offenen Hand galt, im Jahr 1839 die fehlenden Kosten von ca. 30000 Mark für das Beethoven-Denkmal auf dem Bonner Münsterplatz auf sich. Zudem darf er als Hauptinitiator für das erste Beethovenfest im Jahr 1845 gelten, das anlässlich der Enthüllung des Beethovendenkmals auf dem Münsterplatz ausgerichtet wurde – passend zum 75. Geburtstags des 1770 in Bonn geborenen und 1827 in Wien verstorbenen Komponisten. Während des dreitägigen Festes übernahm Franz Liszt einige Dirigate neben dem eigentlichen Festdirigenten Louis Spohr. Schauplatz der Konzerte war die in wenigen Tagen auf Veranlassung von Franz Liszt errichtete erste Beethovenhalle – ihr Standort war etwa das heutige StadtMuseum Bonn – , ein Holzbau im Basilikastil mit sehr guter Akustik, der leider noch im gleichen Jahr wieder abgerissen worden ist.

Auch der im Rhein bei Bonn gelegenen Insel Nonnenwerth, die zusammen mit dem Klostergebäude nach 1814 von der Preußischen Regierung versteigert worden war, verhalf Franz Liszt als berühmter Gast des Hotel- und Gastbetriebs im ehemaligen Kloster zu neuem Ruhm. Liszt verbrachte hier – zweitweise zusammen mit seiner Lebensgefährtin und den gemeinsamen drei Kindern – die Spätsommer und frühen Herbsttage von 1841 bis 1843. Nonnenwerth bot dem normalerweise von Ort zu Ort reisenden Klaviervirtuosen Franz Liszt einen ruhigen Platz mit dem von hohen, dunklen Bäumen umstandenen ehemaligen Klostergebäude, jedoch konnte sich Liszt nie dazu entschließen den ursprünglich geplanten Kauf der Insel zu vollziehen. Die Aufenthalte wirkten sich auch stark auf das künstlerische Schaffen von Franz Liszt aus: So war es ihm möglich von der Insel aus viele rheinische Städte, darunter auch Bonn zu besuchen. Liszt gab auch Konzerte auf der Insel selbst. So ließ er ein Klavier in die Gaststätte schaffen und spielte hier regelmäßig, was zu einem regelrechten Besucheransturm führte. Zudem schrieb er hier seine ersten Männerchöre und vertonte viele Gedichte (unter anderem Heines „Loreley“ und Goethes „Mignon“). Auch seine 1886 in Rom nach einem ungedruckten Manuskript uraufgeführte Elegie „Nonnenwerth“ (eine von mehreren Versionen, es gab auch eine frühe Liedversion: „Die Zelle von Nonnenwerth“) für Violine und Klavier geht auf den Aufenthalt von Franz Liszt auf Nonnenwerth zurück. Durch den Namen verdeutlichte Liszt, wie wichtig die Insel für sein künstlerisches Schaffen war. Auch in seinem privaten Leben spielt die Insel Nonnenwerth eine große Rolle: So feierte Liszt 1841 seinen dreißigsten Geburtstag auf der Insel und pflanzte zu diesem Anlass eine noch heute nahe des Ufers stehende prächtige Platane, und 1844 ging hier die Beziehung zu Gräfin Maria d’Agoult zu Ende, worauf Liszt in den folgenden Jahren nie mehr nach Nonnenwerth zurückkehrte.


Marion Begri

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