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16. September bis 29. November 2009
Die Mendelssohns auf (Hochzeits)reise
und die
Beziehungen von Felix Mendelssohn Bartholdy zum Bonner Verlagshaus Simrock
Sonderausstellung des StadtMuseums Bonn mit besonderer Unterstützung der Sammlung
RheinRomantik Bonn im Ernst-Moritz-Arndt-Haus, Adenauerallee 79
Zur Ausstellung:
Am 28. März 1837 heiratete Felix Mendelssohn Bartholdy (1809-1847) in Frankfurt Cécile Jeanrenaud
(1817-1853), die er im Jahr zuvor - am 4. Mai 1836 - noch vor der triumphalen Uraufführung seines
vom Verlag Simrock in Bonn herausgegebenen "Paulus" bei dem von ihm geleiteten Niederrheinischen Musikfest
auf dem über Frankfurt genommenen Weg von Leipzig nach Düsseldorf kennen gelernt hatte.
Das ehemalige Wunderkind Felix Mendelssohn Bartholdy, gebildet, reich, weltgewandt, gut aussehend, war
nach verschiedenen Bildungsreisen und erfolgreichen Konzertreisen, u.a. schon 1829 nach England, 1833
unmittelbar nach dem ersten von ihm geleiteten Niederrheinischen Musikfest als städtischer Musikdirektor
nach Düsseldorf berufen worden. Seit dem Herbst 1835 leitete er das Gewandhaus in Leipzig. Der erfolgreiche
und erfolgsgewohnte junge Kom-ponist "konnte mit Sicherheit als eine ausgesprochen gute Partie gelten"
(Peter Ward Jones). In der schönen, anmutigen und eher stillen Cécile Jeanrenaud, Kind eines damals schon
verstorbenen Pfarrers der französisch-reformierten Gemeinde, fand er die auch nach Meinung seiner Familie
und Freunde ideale Frau. Nach der eigentlichen Hochzeitsreise, die das Paar über Mainz, Worms und Speyer
nach Straßburg, sowie nach Freiburg und Umgebung und vom Schwarzwald bis in die Schweiz führte, kommen die
beiden Mitte Mai wieder in Frankfurt an, bevor sie am 4. Juli ihre Reise den Rhein abwärts beginnen, die
als gemeinsame Reise in Düsseldorf endet. Von dort geht es für Felix Mendelssohn weiter nach Birmingham,
während Cécile über Bonn zurück nach Frankfurt fährt. In Bonn hatten ein paar Tage zuvor beide Mendelssohns
Station gemacht. Am 16. August nahmen sie Quartier im Stern-Hotel, und Felix besuchte seinen Verleger
Peter Joseph Simrock (1792-1868), dessen Wohn- und Verlagshaus ebenfalls wie das Hotel am Bonner
Markt(platz) stand. Der Abschluss des Tages war eine Abendeinladung bei den Simrocks, denen Cécile eine
"hübsche Haushaltung" zuspricht, wie sie auch Elisabeth Simrock als "recht artige Frau" bezeichnet.
Mit Simrock stand Mendelssohn schon seit seiner Düsseldorfer Musikdirektorenzeit in guter Verbindung, und
die Beziehung zwischen Musiker und Verleger entwickelte sich zu einer ebenso lebenslangen und
freundschaftlichen wie sie eine Generation später im Verhältnis zwischen Peter Josephs Sohn Fritz und
Johannes Brahms festzustellen ist. Bezeichnend, dass gerade Mendelssohns überall enthusiastisch
aufgenommenen großen Oratorien "Paulus" und "Elias" sowie die unglaublich populären "Lieder ohne Worte"
als Erstausgabe jeweils bei Simrock in Bonn erschienen sind.
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