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Weihestein für die Aufanischen Matronen


Standort: 2. OG, Raum 1



Fundort: 1929 unter dem Bonner Münster
Grösse: Höhe 34 cm, Breite heute 70 cm, ursprünglich ca. 100 cm, Tiefe 13 cm
Material: Kalkstein
Datierung: 1. Hälfte 3. Jahrhundert



Die langrechteckige Reliefplatte ist oben, rechts und am unteren Rand erhalten. Der linke Bereich ist abgebrochen. In der ursprünglichen Mitte des Bildes ist auf einem Sockel mit Gesims ein Kultbild zu sehen. Die Darstellung von drei Frauen mit Fruchtkörben, von denen die beiden äußeren auffallende Hauben tragen, ist durch zahlreiche Vergleichsfunde gut bekannt. Weiheinschriften auf Steinen mit vergleichbaren Darstellungen nennen die "Aufanischen Matronen". Beheimatet sind sie im keltischen und germanischen Raum. In ihrer regional geprägten Eigenart treten sie erstmals nach der Mitte des 2. Jahrhunderts in romanisierter Bildersprache auf Steindenkmälern auf. Die noch überdurchschnittlich gut erhaltenen Farbspuren sowie die Darstellung einer Prozessionsszene machen diesen Stein zu einem wichtigen Zeugnis römischen Götterkultes.
Die drei weiblichen Fruchtbarkeitsgöttinnen sind mit vorne geschlossenen Mänteln bekleidet und halten Fruchtkörbe auf ihren Knien. Die beiden äußeren tragen Hauben, die mittlere ist ohne Haube dargestellt. Vielleicht wird sie dadurch als jünger charakterisiert. Matronen sind Gottheiten der Fruchtbarkeit, der Fülle und des guten Gelingens, sie wirken in der Natur, schützen Haus und Familie und Gemeinschaften, fördern Wachstum in Feld und Wald, sorgen also für das Wohl in allen Lebensbereichen und hatten fast universelle Wesenszüge. Der für die Bonner Matronen angewendete Beiname "aufanisch" setzt sich wahrscheinlich zusammen aus dem Germanischen Grundwort fanja - Fenn, Sumpf, Weide - und dem Präfix au - abgelegen, entfernt.
Auf der rechten Seite sind sechs weitere Frauen zu sehen, vier in der vorderen Reihe, dahinter zwei. Die Frauen tragen ein bis zur Wade reichendes, langes Obergewand und darüber Mäntel, die wie bei den Matronen vorne mit Fibeln zusammengehalten sind. Die Stellung der Füße lässt nicht erkennen, ob sie gehen oder stehend dargestellt sind. Ihre Weihegaben in den Händen sind nicht genau zu erkennen. Wahrscheinlich trugen sie Früchtekörbe, die ganz rechts stehende Frau vielleicht ein Ährenbündel.
Ein großes Matronenheiligtum lag im Bereich der heutigen Münsterkirche in Bonn. Bei Grabungen wurden zahlreiche Matronensteine gefunden, die zu den qualitativ besten Denkmälern gehören.

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