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Die Rosenburg in Kessenich


Im Jahre 1822 oder auch 1831, liess sich Georg August Goldfuss, der Professor für Naturwissenschaften an der Bonner Universität war, die Rosenburg von dem Architekten Karl Alexander von Heideloff neu errichten.
Sie wurde zwar nicht an der selben Stelle wie die legendäre Burg aufgebaut, die etwas höher und mehr südwärts gelegen haben muss, aber Goldfuss pflanzte Kletterrosen an, die bald bis zum Dach wucherten, installierte das Hexenlicht in einem der neuen Türme und gab der Burg ihren alten Namen. Die Inneneinrichtung der neuen Rosenburg muss ein Schmuckstück für die damalige Zeit gewesen sein. Es gab sowohl zeitgenössisches Hausgerät, als auch historische Gemälde und Rüstungen. Der größte Teil der historischen Ausstattung wurde später an den Erzherzog von Österreich verkauft, der damit sein Schloss Balduinenstein bei Limburg an der Lahn einrichtete.

Nach dem Tode von Goldfuss im Jahre 1848, stand die Rosenburg eine zeitlang ungenutzt da. Die Erben versuchten sie anfangs vergeblich zu verkaufen, bis sie im Jahre 1862 von dem Düsseldorfer Seidenfabrikanten Gustav Schlieper für 8.000 Taler gekauft wurde. Nach dem Krieg 1870/71 wurde die "alte" Burg niedergerissen und eine neue aus Hangelarer feuerfesten Steinen erbaut, so wie sie heute noch dasteht. Die Familie Schlieper hatte ein sehr gutes Verhältnis zu den Kessenichern und unterstützte die Gemeinde mit einer Menge Geld, das den Armen zu Gute kam. Zu dieser Zeit wurde hier wohl auch noch Wein angebaut und auf der Rosenburg selbst gekeltert. Der "Kessenicher Rosenburger", der eine lange Tradition bis ins Hohe Mittelalter hinein gehabt hat, ist erst zu Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts von den Weinkarten verschwunden. Nach dem Tode von Gustav Schlieper jr. wohnte seine Witwe kurze Zeit alleine auf der Burg. Als sie sich wieder verheiratete, zog erneut ein Gelehrter in die Rosenburg ein, der Kunstmaler Professor Röber.

In den Jahren nach dem Ersten Weltkrieg, es muss wohl 1919 oder 1920 gewesen sein, wurde die Burg an das "Apostolat des Priester- und Ordensberufs" verkauft. Es sollte dort ein Institut für 200 Studenten eingerichtet werden, die für den Missionardienst ausgebildet werden sollten. Doch schon bald wieder wurde die Rosenburg an den Verein "Caritative Jugendpflege" verkauft.

Im Jahre 1938 zieht die deutsche Wehrmacht in die Burg und hält dort Offizierlehrgänge ab. Später wurden Zivilangestellte der Luftwaffe, um Urlaub zu machen, dorthin geschickt. Gegen Ende des Zweiten Weltkrieges bezog die medizinische Klinik der Universität die Rosenburg. Ihr Aufenthalt war allerdings nur von kurzer Dauer, da sie bald die neugebaute Anlage auf dem Venusberg beziehen konnte.

Da die Rosenburg im Weltkrieg kaum Schäden erlitten hatte, konnte sie schon im April 1950 dem Bundesjustizminister übergeben werden. Der Bezug, der für Ende Mai vorgesehen war, verzögerte sich um zwei Monate, so dass das Ministerium erst am 08. Juli 1950 mit den Nürnberger Prozessakten einziehen konnte. Im Jahre 1970 verkaufte die Vereinigung "Caritative Jugendpflege", der das Gebäude immer noch gehörte, die Rosenburg für 8 Millionen DM an den Bund. 1973 verlies das Justizministerium das schöne "Schloss", und wieder einmal, wie schon 1938, übernahmen Soldaten die Burg. Und das bis heute.

Derzeit ist die Rosenburg Dienstort für Teile des Streitkräfteamtes. Neben der Abteilung IV (Unterstützung Bw, Ausbildung, Sport, DV-Verfahren, ABC) befinden sich die Gruppe Wehrpsychologie (Personalpsychologie, Organisations-/Truppenpsychologie, CAT-Centrale), oder Inspizient Freiwillige Reservistenarbeit der Bw mit einem Dezernat oder Leiter Militärmusik mit einem Dezernat und Teile des Stabsquartiers SKA in dieser Liegenschaft.

Die Rosenburg dient der Bundesakademie für Sicherheitspolitik mit ihrem Präsidenten ebenfalls als Dienstsitz und Tagungsort.

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