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Henriette Schmidt-Bonn

Henriette Schmidt-Bonn

Biografie




Im Jahr 2009 zeigte das StadtMuseum in einer Sonderausstellungen Zeichnungen und Radierungen von Henriette Schmidt-Bonn. mehr [...]



Kindheit und Familie
Henriette Schmidt wurde am 5.12.1873 in Bonn als viertes von sieben Kindern geboren. Ihre Eltern Johann Martin Schmidt (1830-1890) und seine Frau Wilhelmine Charlotte, geborene Peters (1836-1911), betrieben ein Pelzwaren- und Hutgeschäft in Bonn. Ihr drei Jahre jüngerer Bruder war der berühmte Schriftsteller und Dramaturg Wilhelm Schmidtbonn.

Erste künstlerische Ausbildung
Nach dem Tod des Vaters 1890 zog die Familie 1898 nach Göttingen, wo Henriette ihre künstlerische Ausbildung begann. Im Jahr 1900 kehrte die Familie nach Bonn zurück. Hier besuchte Henriette die Malschule von Hans Josef und Sofie Becker-Leber.

Studium
Im Jahre 1903 nahm Henriette Schmidt-Bonn ihr Studium der Malerei an der Frauenmalschule in Düsseldorf bei Heinrich Otto auf, der in diesem Jahr die Leitung der Landschaftsklasse übernommen hatte. Er unterrichtete seine Schülerinnen bevorzugt in der freien Natur und unternahm Exkursionen in die Eifel und an den Niederrhein.

Erste Ausstellungen
Nach Abschluss des Studiums kehrte Henriette Schmidt-Bonn nach Bonn zurück und nahm von 1908 bis 1914 an der Frühjahrsausstellung Bonner Künstler im Städtischen Museum Villa Obernier teil. 1912 kaufte die Stadt Bonn 31 Radierungen von Henriette Schmidt-Bonn für das Museum. Seit 1911 beteiligte sie sich regelmäßig auch an den Ausstellungen des Kunstvereins für die Rheinlande und Westfalen in Düsseldorf.

Willingshausen
1911 hatte Heinrich Otto seine ehemalige Schülerin in den Künstlerkreis von Willingshausen in Hessen eingeführt. Im darauf folgenden Jahr fuhr Henriette Schmidt-Bonn mit ihrer Studienfreundin Lili von Asten erstmals zu einem längeren Aufenthalt in das Künstlerdorf und verbrachte fortan dort alljährlich die Sommermonate. Es entstanden enge Freundschaften zu den dortigen Künstlern wie Carl Bantzer, Wilhelm Thielmann und Hermann Kätelhön.
Düsseldorf
Ende des Jahres 1912 nahm Henriette Schmidt den Künstlernamen Henriette Schmidt-Bonn an und zog nach dem Tod der Mutter im gleichen Jahr nach Düsseldorf-Oberkassel. Hier lebte sie in einer bescheidenen Wohnung bis zur Zerstörung des Gebäudes im Zweiten Weltkrieg.

Erster Weltkrieg
Der Kriegsausbruch im August 1914 brachte einen bedeutsamen Einschnitt in ihr Leben. Henriette Schmidt-Bonn wurde Lazaretthelferin in einem Krankenhaus für schwer verletzte Frontsoldaten. Ausstellungen fanden nur noch selten statt, die künstlerische Arbeit war erschwert. 1917 nahm Henriette Schmidt-Bonn erstmals an der Ausstellung der Düsseldorfer Künstlerinnen und Kunstfreundinnen teil und wurde Mitglied der Düsseldorfer Künstlerinnenvereinigung.

Schicksalsschläge
Im November 1923 erreichte die Inflation ihren Höhepunkt. Henriette Schmidt-Bonn verlor alle ihre Ersparnisse aus der Erbschaft und war fünfzigjährig völlig mittellos. Am 14. Mai starb ihr ehemaliger Lehrer Heinrich Otto, zu dem sie eine besonders enge Beziehung hatte. Ein weiteres Unglück war die tödliche Krankheit der Freundin Lili von Asten. Henriette Schmidt-Bonn pflege sie bis zu deren Tod im Dezember 1924. Die Freundin vermachte ihr in ihrem Testament eine finanzielle Unterstützung, die Henriette Schmidt-Bonn ein unabhängiges Leben ermöglichte.

Freundschaften
Nach dem Tod von Lili von Asten entwickelte sich eine besonders enge Freundschaft zu Alexandra Thielmann (1881-1966), der Ehefrau des Willingshäuser Künstlers Wilhelm Thielmann, der im gleichen Jahr verstorben war. Häufig besuchte Henriette Schmidt-Bonn auch ihre Freundin Agnes Waldhausen am Niederrhein, die zum Freundeskreis der Künstler in Willingshausen gehörte und seit 1926 in Xanten eine Schule leitete.

Künstlerische Erfolge
Am Ende der zwanziger Jahre hatte Henriette Schmidt-Bonn eine größere Bekanntheit erreicht. Mehrere ihrer Werke wurden zwischen 1929 und 1934 in verschiedenen Zeitschriften abgebildet. Sie war regelmäßig an Ausstellungen der Düsseldorfer Künstler beteiligt. Von 1936 bis 1942 nahm Henriette Schmidt-Bonn regelmäßig an Ausstellungen der Düsseldorfer Künstler teil. Seit Ende der dreißiger Jahre stellte sie zudem mit ihrem Willingshäuser Freundeskreis auch im Universitätsmuseum Marburg aus.

Veröffentlichungen
1936 kombinierte Henriette Schmidt-Bonns in dem Buch "Die Schönheit der Bäume" Baum- und Landschaftsstudien mit Gedichten von Brentano, Hölderlin, Eichendorff u.a.. Ihr Bruder Wilhelm schrieb das Vorwort. 1940 verfasste Henriette Schmidt-Bonn auf Anregung von Carl Bantzer für die Sammlung "Lebensbilder aus Kurhessen und Waldeck" einen einfühlsamen Beitrag über ihren Lehrer Heinrich Otto.

Zweiter Weltkrieg
Am 1. August 1942 wurde Henriette Schmidt-Bonns Haus in Düsseldorf durch einen Bombenangriff zerstört. In ihrem Notizbuch des Jahres 1942 vermerkt sie: Fliegerangriff - Alles verloren. Sie zog in das Haus der befreundeten Familie Thielmann in Willingshausen. Bombenagriffe zerstörten in der Folge auch die Druckwerkstatt, in der Henriette Schmidt-Bonn die letzten Druckplatten lagerte. Resigniert über die Vernichtung ihrer Werke nahm sie an keiner Kunstausstellung mehr teil.

Krankheit und Tod
Am 18. und 26. April 1946 erlitt Henriette Schmidt-Bonn zwei Schlaganfälle. Ihre Nichte Grete Merker kam sofort nach dem ersten Schlaganfall nach Willingshausen, ebenso Agnes Waldhausen. Am 27. April starb Henriette Schmidt-Bonn im Hause Thielmann.

(Text: Sigrid Lange)

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