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13. März bis 01. Mai 2005


Über den [sieben] Bergen bei den sieben Zwergen ...


Vom Mythos der Zwerge, Wichtel und Heinzelmänner, Gnome, Däumlinge, Däumelinchens und sonstigen kleinen Volkes


Eine Ausstellung des StadtMuseums Bonn in Zusammenarbeit mit Beatrix Alexander (Kölnisches Stadtmuseum)



Veranstaltungen:

17. April 2005, 15 Uhr (Führung und Lesung)
24. April 2005, ab 14.30 Uhr - Wolfgang Kollberg stellte das Volk der "Klitzekleinen Zwerge" vor.
01.05.2005, 15.30 Uhr - Die Kölner Märchenfrau Marlis Arnold hat vorgelesen

Von der Ilias des Homer, wo Gnome mit selbstgeschmiedeten Waffen im Kampf gegen die Kraniche stehen - ein Motiv, das Goethe im zweiten Teil seines Faust, in der "klassischen Walpurgisnacht" wieder aufleben läßt, über die germanischen Heldensagen, in denen die mit großer Zauberkraft und Macht begabten Zwergenkönige Laurin und Alberich auftreten, die Rolle und Funktion der Hofzwerge, wie sie auch am Bonner Hof des Kurfürsten Clemens August zu finden waren, das Leben und Wirken der Zwerge und Wichtel in den alten Volksagen und in den Märchen des 18. und 19. Jahrhunderts, wo dem Däumling der Antike von Andersen (200. Geburtstag) ein reizendes Däumelinchen zugesellt wird bis zu den Kölner Heinzelmännchen und - "über den sieben Bergen bei den sieben Zwergen" - dem Märchen von Schneewittchen und den sieben Zwergen, das durch den frühen Disneyfilm auch leseabgeneigtem Publikum bestens bekannt ist, wird ein weiter Bogen gespannt, der - natürlich - bis zu den Gartenzwergen der Gegenwart reicht, und auch alle Erscheinungsformen der Zwerge bis zu den blaufarbenen Schlümpfen und klugen Mainzelmännchen aufgreift.

Mehr als 250 Exponate, die als Leihgaben aus Museen und Privatbesitz bzw. aus dem Bestand des StadtMuseums Bonn kommen, und dabei auch literarische und musikalische Zeugnisse wie von E.T.A. Hoffmann und Jaques Offenbach aufgreifen, zeigen ein ebenso anregendes wie liebenswürdiges und manchmal auch heiter-komisches Bild von der Welt der Zwerge, deren magisch-zauberischer Charakter ebenso wie die Annahme ihrer realen Existenz heute allerdings weitgehend verloren gegangen ist. Das zeigt sich auch in den harmlos-reizenden bebilderten Kinderbüchern, wo die Zwerge, Wichtel und Heinzelmänner eher den pädagogischen Bedürfnissen dienen müssen als ihre wahre Natur, die meist - außer sie fühlten sich bedroht oder verspottet - eine dem Menschen durchaus hilfreiche gewesen ist. Gegen alle Trivialisierungen versuchen neuerdings die erst kürzlich auch in ihrer eigenen magischen Welt neu entdeckten "Klitzekleinen Zwerge" anzugehen, deren Magier einen Menschen erfolgreich überzeugen konnte, die Geschichte seines Volkes und ihrer Bemühungen um die Rettung der Welt aufzuschreiben.

Ein ganz wichtiger Bezugspunkt für Bonn ist nicht nur mit der Rolle des Rheins als Hüter des Nibelungenschatzes gegeben, sondern auch mit dem Bonner Germanistikprofessor, der das Nibelungenlied als 25jähriger in einer zeitgenössischen Übertragung herausgab, und damit die Grundlage für die späteren Bearbeitungen - sei es Hebbel oder Richard Wagner - bereitet hat. Die engen Freunde und wissenschaftlichen Kollegen Simrocks, die Brüder Grimm, haben mit der Herausgabe ihrer Sagen- und Märchensammlung die alten mythischen Stoffe überleben lassen, von denen das Märchen vom Schneewittchen mit seiner Ansiedlung "über den sieben Bergen bei den sieben Bergen" natürlich kaum woanders besser hin paßt als nach Bonn - dem Ausgangspunkt zur romantischen Rheinlandschaft und dem sich hinter Bonn als traumhafte Kulisse präsentierenden Siebengebirge.

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